Kleine Räume

In Zeiten der Wohnungsnot sind große, weitläufige und helle Räume ein sehr seltenes Privileg – vor allem für Stadtbewohner. Sich nach seinen eigenen Bedürfnissen einzurichten und kreative Wohnideen auszuprobieren, ist auf kleinstem Wohnraum eine echte Herausforderung. Beim Einkauf im Möbelhaus geht es mehr um die Frage, welche Möbel am meisten Stauraum bieten, als darum, welche den Wohnraum verschönern. In kleinen Räumen gilt: Effizienz vor Ästhetik.
Doch gewusst wie: Auch kleine Räume können stilsicher UND funktional eingerichtet werden. Kreativität kann sich am besten dort entfalten, wo sie auf Herausforderungen stößt.

Die erste Faustregel lautet: Alles muss raus – „Ausmisten“ ist nicht nur einmal im Jahr beim Frühjahrsputz angesagt, sondern sollte ein Dauerzustand sein. All die überflüssigen Dinge in Wohnung und Garten, die weder nützlich noch schön sind, nehmen kostbaren Raum weg. Man kann ja mal hochrechnen, wie teuer bei den aktuellen Quadratmeterpreisen der Stellplatz einer Kommode voller unbrauchbarer Dinge wäre. Wer verzichtet, gewinnt – wusste bereits der chinesische Philosoph Laotse. Hat man einmal all den Kleinkram und überflüssige Möbel weggeschafft, kann die Energie wieder fließen.

Nun geht es an den zweiten Schritt. Hier nimmt man den Wohnraum ganz genau unter die Lupe. Wo gibt es tote Ecken, welche Fläche darf dagegen nicht zugestellt werden? Ungenutzter Raum ist dafür da, entdeckt und genutzt zu werden.

Unter einer Dachschräge oder einer Treppe ist z.B. Platz für eine Sitzecke. Fensternischen oder Fensterbänke können ebenfalls mit Polstern ausgelegt oder als Leseecke ausgebaut werden. Dies gilt auch für Heizkörper, über die man ein Brett oder eine luftdurchlässige Sitzbank bauen kann. Der Heizkörper darf aber nie vollkommen verdeckt sein.
In Nischen oder Wandvorsprünge können Regalböden eingebaut werden, die Platz für Bücher oder Deko bieten. Auch die Ecke hinter einer Tür kann dafür genutzt werden.

Über praktische Tricks hinaus gibt es auch klassische Raumregeln. Z.B. sollte das größte Möbelstück (z.B. Sofa oder Bett) bei länglichen Räumen an die breite Wand gestellt werden.

Was die Farbgestaltung von Wand und Möbeln angeht, so gilt: Helle Farben weiten, dunkle wirken beengend. Das heißt aber nicht, dass der ganze Raum in Weiß gestaltet werden muss – gerade Naturtöne wie Grau und Sandtöne sind hell und wirken lebendig. Für hohe Räume ist zu beachten, dass dunkle Farben nach unten und helle nach oben gehören.

Möbel sollten sparsam eingesetzt werden und möglichst filigran sein. Ein kleiner Raum wird dadurch größer, dass der Blick auf den Boden frei bleibt. So sollten z.B. Sofas und Sessel längere Beine haben und nicht ganz bis zum Boden reichen.