Dein eigenes Haus bauen: Das musst Du wissen!

Unabhängig sein, nie wieder Miete zahlen, für das Alter vorsorgen... Ein eigenes Haus zu besitzen, hat viele Vorteile. Doch dem Traum des eigenen Hauses folgen Fragen über Fragen: Soll ich das Haus selber bauen oder eine bereits bestehende Immobilie kaufen? Wie kann ich das Haus planen? Was gehört zur Kostenberechnung und wie bekomme ich überhaupt einen Kredit für mein Projekt?

Wir helfen Dir, Antworten auf die Fragen zu finden: Für wen es sich eher lohnt, ein Haus zu bauen und wer besser damit beraten ist, eins zu kaufen. Wo man sich zum Thema Finanzierung informieren kann und welche versteckten Kosten eingeplant werden sollten. Außerdem inspirieren wir dich mit tollen Bildern von Häusern, die Dich zu kreativen Entwürfen ermutigen und Deinen noch ungenauen Vorstellungen vom Eigenheim eine klare Kontur geben.

Inhaltsverzeichnis

Wohneigentum: Ja oder Nein?

Was spricht für und was gegen den Erwerb von Wohneigentum? Dazu gibt es die verschiedensten Meinungen. Ob Dir zum Hauskauf geraten oder abgeraten wird, hängt immer von den persönlichen Bedürfnissen und insbesondere finanziellen Möglichkeiten ab. Deshalb gibt es keine pauschal gültige Antwort und auch keine unabhängige, neutrale Statistik, die zeigt, ob sich die Investition in ein Eigenheim rein rechnerisch lohnt. Die Ergebnisse der Studien sind von zu vielen Faktoren abhängig – ob die Anschaffung einer Immobilie Sinn macht, muss von Fall zu Fall betrachtet und bewertet werden. Wir haben die wichtigsten Vor- und Nachteile des Hauskaufs aufgelistet um die Entscheidung zu erleichtern:

Vorteile

  • in Wirtschaftskrisen (wie wir sie immer wieder erleben) ist der Besitz einer Immobilie eine verhältnismäßig sichere Wertanlage. Immobilienvermögen ist im Gegensatz zum gesparten Geldvermögen auf dem Konto weniger von Kurseinbrüchen und Schuldnerpleiten bedroht und bietet einen „festen und realen“ Gegenwert im Vergleich zum Aktien- oder Bankvermögen.
  • Sind die Zeiten nicht zu unsicher um zu kaufen? Dieser häufigen Fragen steht entgegen, dass in wirtschaftlichen Wackelphasen die Preise und Zinsen eher niedrig sind, sich kaufen also durchaus lohnen kann.
  • Ein Haus ist nach der Kreditlaufzeit abbezahlt. Durch das Einsparen der Miete im Alter kommt der Hausbesitz einer Altersvorsorge gleich. Sofern ein Polster für Reparaturen und Wartungen am Haus vorhanden ist, funktioniert das Modell.
  • Mieten steigen tendenziell, während Kreditzinsen auch sinken können. Den Raten zur Abzahlung des Eigenheims steht der Wert der Immobilie gegenüber.
  • Beim Bau eines eigenen Hauses können persönlichen Vorstellungen und Bedürfnisse an die Raumstruktur erfüllt werden: dein Haus ist einzigartig, auf dich zugeschnitten und somit sehr funktional.
  • Durch energieeffizientes Bauen oder Renovieren können laufende Kosten gespart werden und Ressourcen geschont werden.
  • Ob Umbau, Verkauf oder Umnutzung, der eigene Besitz sorgt für hohe Flexibilität bei allen Entscheidungen.

Nachteile

  • Wer ein Haus erwirbt, sollte sich gut mit den finanziellen Aspekten auskennen um mögliche Fallstricke zu vermeiden. Die Einarbeitung in Fachthemen, Mitwirkung und Gestaltung bei der Planung – das kann schnell zu viel werden. Ein Bauträger kann viele Entscheidungen abnehmen und effizient beraten – bei den meisten Themen musst ist eine Einbindung aber unerlässlich.
  • Der Zeitaufwand für den Bau eines Hauses ist nicht zu unterschätzen. Die Planung kann mehrere Monate intensiver Arbeit kosten – dies kann neben Vollzeittätigkeit und Alltag nervenaufreibend sein. Einen Zeitvorteil bieten Fertighäuser oder bereits bestehende Häuser.
  • Finanzielle Bindung: die Last, Kreditraten zahlen zu müssen und erst einmal langjährige finanzielle Verpflichtungen einzugehen liegt nicht jedem. Deshalb unbedingt einen langfristigen Plan erstellen, der nicht zu optimistisch gerechnet sein sollte, um alle Eventualitäten (Arbeitslosigkeit, geringeres Haushaltseinkommen, Reparaturen, eigener finanzieller Grundbedarf, Rücklagen) durchzuspielen.

Das Fazit, was wir ziehen: Ob es sich lohnt, ein Haus zu kaufen, hängt hauptsächlich von den Lebensumständen und der finanziellen Situation ab. Zieht man beruflich oft um oder hat kein festes Einkommen, mit dem geplant werden kann, macht ein Hauskauf kaum einen Sinn, allenfalls als Wertanlage. Ein langfristiger Planer mit festem Job hingegen wird unterm Strich besser damit beraten sein, zu kaufen, wenn die wirtschaftliche Lage auf dem Immobilienmarkt passend ist.

Haus bauen oder kaufen?

Um den Wunsch des Eigenheims zu erfüllen, gibt es zwei Möglichkeiten: Bauen oder kaufen. Ob Du ein Haus nach Deinen exakten Vorstellungen baust oder ein bereits vorhandenes kaufst, das möglicherweise auch schon bewohnt war, hängt von den Bedürfnissen, finanziellen Möglichkeiten und nicht zuletzt dem Zeitfaktor ab.
Was die optimale Erfüllung aller Bedürfnisse angeht, so ist ein von Grund auf neu geplantes Eigenheim von Vorteil. Hier entscheidest maßgeblich Du selbst über die Größe, den Schnitt, die Haustechnik und die Baustoffe sowohl für die Fassade als auch die Inneneinrichtung. Den Wünschen vom Pool, dem Wintergarten oder der Werkstatt im Keller steht nichts im Weg. Bei Fertighausbauten kann heutzutage auf weitere Bedürfnisse des Hausbauers eingegangen werden, sodass selbst hier genügend Gestaltungsfreiheit besteht. Die Modelle sind mittlerweile wesentlich flexibler als noch vor zwanzig Jahren.
Bei dem Kauf eines bereits fertigen oder älteren Hauses sind der eigenen Gestaltung hingegen klare Grenzen gesetzt. Dennoch können ältere Häuser auch besonders charmant sein: z.B. ein geräumiges Fabrikgebäude, das zum Loft umgebaut, ein traditionelles Fachwerk-Bauernhaus mit angeschlossener Koppel oder eine gründerzeitliche Altbauwohnung in der Stadt.

Zudem stellt sich die Frage des Preises: Den günstigsten Wohnraum gegen Fläche gibt es bei der Eigentumswohnung. Darauf folgen laut Statistiken Reihenhäuser und Doppelhaushälften, während das teuerste Eigenheim das freistehende Einfamilienhaus ist. Diese Regeln hängen allerdings stark vom Zustand, den Baustoffen und nicht zuletzt von der Lage der Immobilie ab! Großstädte und Ballungszentren sind hier deutlich teurer als Immobilen auf dem Land, wo die Grundstücke größer und die Nachfrage überschaubar ist.
Zur Bauzeit: Ein Hausbau braucht sehr viel Zeit und Geduld. Vor allem bei einem Massivhaus kann sich der Bau über mehrere Monate hinziehen. Auch der Vorlauf der Planung mit den Fachplanern und Architekten benötigt einige Zeit. In dieser Phase muss natürlich bedacht werden, dass mit der Miete doppelte Kosten auf den Bauherrn zukommen. Hausbauer, die Freude an Architektur und Bauen haben und so viel wie möglich mitgestalten wollen, gehen in dieser Aufgabe auf. Wer mit Fulltime-Job plus Familie bereits überfordert ist, dem wird ein ambitioniertes Hausprojekt schnell zu viel. In diesem Fall kann der Löwenanteil an Arbeit auch an den Bauträger abgegeben oder sich für die einfachere Variante des Fertighauses entschieden werden.

Wie finanziere ich den Hauskauf?

Ist der Wille da, ein Haus zu kaufen, musst Du Dir Gedanken zur Finanzierung machen. Ist bereits ein finanzielles Polster auf dem Sparkonto angewachsen, ist ein Kredit meist unproblematisch zu erhalten und über die Zinsen kann verhandelt werden. Doch bekommt man auch ohne oder mit nur wenig Eigenkapital ein Darlehen?
Vollfinanzierte Immobilien stellen für Banken ein großes Risiko dar und die Zinsbelastung ist am Ende höher. Ob Banken Dich überhaupt voll finanzieren, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Ein sicherer Arbeitsplatz mit sehr gutem Einkommen
  • Kaufnebenkosten (wie Maklerprovision, Grunderwerbssteuer, Notargebühren) sollten selber aufgebracht werden können, da diese zusätzlich zum Hauspreis ein hohes Risiko für die Bank bedeuten. Die Banken verlangen für solche Kosten deshalb höhere Zinsen.
  • Der Kredit sollte so schnell wie möglich getilgt werden (monatlich hohe Kreditrate)
  • Eine positive Schufa-Auskunft ist unabdingbar
  • Es sollte eine Haushaltsrechnung vorgelegt werden

Welcher Kreditgeber eignet sich für mich?
Um die Angebote verschiedener Kreditinstitute zu vergleichen, bietet es sich an, alle Institute mit den gleichen, vorher zurechtgelegten Eckdaten zu konfrontieren. Man muss sich also vorher überlegen, welche Zahlen realistisch sind. Daten wie Darlehensvertrag (z.B. 100.000 €), angestrebte Zinsbindung (z.B. 10 Jahre) und Monatsrate (z.B. 500 €) sollten vor dem Vergleich der Institute und Banken festgelegt werden. Wichtig: mindestens 2-3 Anbieter vergleichen (z.B. Hausbank, Direktbank, Bausparkasse). Von Vorteil ist in jedem Falle eine möglichst umfassende Planung und ggfs. Kosten im Gepäck zu haben.

Die Frage, ob die Finanzierung über eine Bank oder Bausparkasse laufen soll, erübrigt sich oft dadurch, dass beide miteinander kombiniert werden können und sich in vielen Fällen ergänzen.

Staatliche Zuschüsse
Abgesehen von Angeboten privater Institute gibt es auch staatliche Zuschüsse, die den Hauskauf begünstigen, was insbesondere bei energetischen Sanierungen interessant sein kann. Diese sind z.B.:

  • der Wohn-Riester, der sich vor allem für Familien mit Kindern und Gutverdiener lohnt.
  • KfW-Darlehen von der staatlichen KfW-Bank für neue oder renovierte Häuser, sofern man selbst dort einzieht (am besten bei der Hausbank darüber informieren).
  • BAFA-Förderung für Hausbesitzer, die in erneuerbare Energien investieren.
  • Länderförderung (Förderbanken der einzelnen Bundesländer). Mehr Info unter: www.baufoerderer.de
  • Fördermittel von Städten und Gemeinden. Mehr Info unter: www.baufoerderer.de
  • Kirchen: niedrig verzinste oder zinslose Darlehen. Mehr Info unter: www-aktion-pro-eigenheim.de

Um ein realistisches Bild der eigenen Baufinanzierung zu erhalten, können kostenlose Baufinanzierungs-Rechner online weiterhelfen: z.B. auf www.baufi24.de

Wie plane ich das Haus?

Soll es ein Massivhaus sein, ein Fertighaus oder ein Fachwerkhaus? Baue ich selbst oder beauftrage ich Architekten und Bauträger?
All diese Fragen müssen vor der Entscheidung, ein Haus zu bauen, geklärt werden. Denn nicht zuletzt hängt die Höhe der Kosten von der Bauweise, dem Baumaterial, der möglichen Eigenleistung und der Größe des Hauses ab. Ob die Häuslebauer beim Hausbau mit anpacken oder alles an den Bauträger abgeben, hängt von der Zeit ab, die sie zur Verfügung haben.

Wir zeigen Dir die schönsten Häuser in allen Stilen und geben dir somit Ideen für die Planung von Baumaterial, Grundriss und der Gestaltung der Fassade. Vom natürlichen Bauernhaus über energieeffiziente Bauten bis hin zum modernen Bungalow haben wir eine vielfältige und anschauliche Auswahl zusammengestellt.
Mehr Häuser von außen findest Du unter unseren Wohnwelten als eigene Rubrik: roomido.com/wohnideen/haeuser-von-aussen

Lass Dich inspirieren!

  1. Haupt- und Gästehaus im natürlichen Look

    von roomido Foto: GAP Interiors/Devis Bionaz

    Die Ferienhauskonstruktion mit zwei voneinander getrennten Häusern bietet viel Spielraum für unterschiedliche Konstellationen: Z.B. kann der Bungalow als Wohnbereich dienen, während die zweistöckige Holzhütte den Schlafbereich markiert.

  2. Niedrigenergie-Einfamilienhaus

    Ein großes, freistehendes Haus mit Garten ist kostspielig – gespart wird aber durch die energieeffiziente Bauweise. Das Niedrigenergie-Einfamilienhaus passt sich durch die Holzfassade der natürlichen Umgebung an.

  3. Haus mit Natursteinwand

    von roomido Foto: Manser Medal/Adam Currie, Architekt: McGarry-Moon Architects

    Moderne Architektur im natürlichen Gewand: Die geometrischen und strukturierten Fensterfronten werden kombiniert mit dem urigen Charakter der Natursteinwand. Die Unregelmäßigkeit der Steine trifft auf puristisches Glasdesign.

  4. Traditionelles Reetdachhaus

    von roomido Foto: living4media/Misha Vetter

    Der Reiz des traditionellen Reetdachhauses liegt bei der Verwendung natürlicher Materialien und dem organisch geformten Dach. Ehemals bewohnte, traditionelle Bauernhäuser lassen sich energiesparend sanieren, ohne dass sie ihren ursprünglichen Charme verlieren.

  5. Wohnen auf zwei Etagen
    • Stuhl "Triest"

      Hersteller: Octopus

    Wohnen auf zwei Etagen

    von roomido Foto: GAP Interiors/Colin Poole

    Mehrstöckige, schmale Häuser machen Sinn, wenn der Grundstückspreis, wie in stadtnahen Lagen, vergleichsweise hoch ist. Dank des Balkons muss der Sonnenplatz dadurch aber nicht eingebüßt werden.

  6. Moderne Villa im mediterranen Stil

    Die moderne Villa mit beleuchtetem Pool ist an Luxus kaum zu überbieten. Durch die funktionale Form mit Flachdach und rechtwinkligen Räumen gestaltet sich die Inneneinrichtung unkompliziert. Bodentiefe Fensterfronten sorgen für maximalen Tageslichteinfall.

  7. Modern fränkisches Einfamilienhaus

    Das fränkische Einfamilienhaus mit Satteldach entspricht den Vorstellungen eines klassischen Wohnhauses am ehesten. Hier modern interpretiert mit bodentiefen Fenstern und Steinterrasse.

  8. Gartenzimmer im Landhausstil

    von roomido Foto: living4media/living4media

    Ein Wintergarten ist im kalten Deutschland eine lohnende Investition und kann relativ einfach in den Grundriss mit eingeplant werden. Im Wintergarten lässt sich die Natur auch bei schlechtem Wetter genießen – im Sommer avanciert er mit offenen Fronten zur erweiterten Terrasse.

  9. Fertighaus "Silberahorn"

    Dieses Fertighaus gehört zu den exklusiveren seiner Art. Durch die langen Glaseinlassungen in der Fassade wirkt das Haus nach außen hin modern und lässt viel Licht in seinen 250 m² großen Wohnbereich.

  10. Hausboot Silverbeaver

    Eine moderne Art des Wohnens bieten Hausboote, die sowohl in ländlichen Gebieten als auch in der Stadt immer beliebter werden. Wie ein Segelboot im sicheren Hafen beruhigt ein Hausboot das Fernweh der Weltreisenden und verbindet es mit dem Gefühl, angekommen zu sein.

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1 Kommentar zu "Dein eigenes Haus bauen: Das musst Du wissen!"

Julius_H
Julius_H

Super Infos und sehr schöne Beispiele was man so alles an Häusern bauen kann, wenn das Geld vll nicht so die große Rolle spielt. Der Abschnitt über die Finanzierung hat mir die ein oder andere neue Erkenntnis gebracht, vor allem über die Voraussetzungen für einen Kredit. Zudem wird ab 2018 das Bauvertragsrecht aktualisiert ins BGB aufgenommen (https://www.finanzvergleich100.de/bauleistungsversicherung-vergleich/mehr-rechte-fuer-bauherren-absicherung-von-bauleistungen-weiterhin-sinnvoll/). So ist man beim Hausbau besser abgesichert und es bleibt mehr Geld für das Traumhaus.