Ratgeber: Laminat

Pflegeleicht, praktisch und preiswert – nicht umsonst gehört Laminat zu den beliebtesten Bodenbelägen. Dabei beschränken sich die Vorteile von Laminatböden nicht nur auf deren Strapazierfähigkeit und Handhabung: Eine stetige Weiterentwicklung des Materials und immer neue Designs machen aus dem einst schnöden Parkett-Ersatz eine attraktive Alternative zum Holzfußboden.

Was genau ist Laminat eigentlich?

Als Fußbodenlaminat oder kurz "Laminat" bezeichnet man einen Bodenbelag, der aus verschiedenen Schichten besteht. Wesentlich sind dabei vor allem die Trägerschicht, meist MDF-Platten, sowie die Dekor-Schicht, die optisch wahrgenommene Oberfläche des Laminats. Die Dekor-Schicht kann nach Belieben bedruckt werden. Die einzelnen Schichten werden unter hohem Druck und heißen Temperaturen zusammengepresst, erhalten so ihre Strapazierfähigkeit. Neben klassischen Holzstrukturen wie Eiche, Kiefer oder Buche sind auch andere natürliche oder abstrakte Motive beliebt. Die oberste Schicht eines Laminatbodens ist in der Regel mit Melaminharz versiegelt. Die obligatorischeTrittschalldämmung wird als Matte untergelegt oder integriert im Laminat mitgeliefert. Die Trittschalldämmung über eine Matte zu lösen wird empfohlen, da bei integrierter Trittschalldämmung die Verklebung wiederum für einen direkteren Schallübertrag sorgt, also weniger effektiv ist.

Wer hat's erfunden?

Seinen Siegeszug in der Inneneinrichtung trat Laminat bereits in den 1920er Jahren an. Noch beschränkte sich der Einsatz der Laminatwerkstoffe allerdings auf Arbeitsflächen, Wandpaneele oder Fensterbretter. Erst Ende der 70er Jahre entwickelte die schwedische Firma Perstop das heute populäre Hochdrucklaminat, brachte 1980 die ersten Laminatbodenbeläge auf den Markt. Das heute sehr beliebte Klicklaminat wurde erst 1996 eingeführt, Laminate mit Oberflächenstruktur sogar erst 2008. In den vergangen zwei Jahren entstand zudem die Möglichkeit, detailgetreue Nachbildungen von rustikalen Holzböden aus Laminat zu fertigen. Laminatböden werden immer attraktiver, hochwertiger und somit auch optisch zu einer bezahlbaren Alternative zu Parkettböden.

Die Vorteile von Laminat

Laminat ist, auch für Laien, vergleichsweise einfach zu verlegen – im Gegensatz zum Verlegen eines Parkettbodens können hier schnell und einfach zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden. Besonders einfach machen es Klicksysteme. Das Laminat kann dabei – nach Wunsch – einfach auf dem bestehenden Bodenbelag verlegt werden. Darüber hinaus sind Laminatfußböden preiswert und pflegeleicht. Die geschlossene Oberflächenstruktur der Böden macht Laminat zudem zu einem optimalen Bodenbelag für Allergiker und Familien mit Kleinkindern. Die Nachteile des Bodenbelags: Für Nassbereiche ist herkömmliches Laminat nur bedingt bis gar nicht geeignet – und einen echten Parkett-oder Dielenboden-Fan wird selbst das hochwertigste Holzimitat aus Laminat nicht überzeugen können.

Was ist beim Kauf zu beachten?

Die Auswahl an Laminatböden ist riesig. Grundsätzlich gilt: je dicker das Material, desto strapazierfähiger – und teurer. Besonders günstiges Laminat ist meist vergleichsweise dünn, somit empfindlicher. Auch das Dekor des Bodens macht sich beim Preis bemerkbar: Je hochwertiger der Look, desto teurer das Laminat. Teure Varianten verfügen oftmals sogar über eine spezielle Oberflächenstruktur, die die Holzoptik des Bodens zusätzlich unterstreicht. Auch die Oberflächenversiegelung ist bei teureren Bodenbelägen in der Regel aufwändiger. Im Trend liegen derzeit Laminatböden im Holzdielen-Look, die kein kleinteiliges Parkett sondern lange Holzbretter imitieren. Zusätzlich verfügen einige Laminattypen über Kanten, die den Holzbohlen-Look noch unterstreichen.

Selbst verlegen oder einen Profi engagieren?

Ein großer Pluspunkt von Laminatfußboden ist dessen einfache Handhabung. Das Verlegen ist, insbesondere bei Böden mit Klicksystem, auch für einen weniger versierten Heimwerker ohne weiteres machbar. Die Elemente werden einfach ineinander geschoben und somit fest verbunden – lästiges Verkleben entfällt. Auch die passenden Fußleisten können mittels einfach zu befestigender kleiner Wandhalter schnell und unkompliziert eingeklickt werden.

Es sollte unbedingt auch die Verlegerichtung beachtet werden: Laminat am Besten immer in Längsrichtung zum Lichteinfall verlegen! Optisch können sonst leichte Höhenunterschiede an den Fugen sehr stark ins Auge fallen.

Die richtige Pflege für Laminatböden

Grober Schmutz und Staub kann mit dem Staubsauger entfernt werden, bei gründlicher Reinigung darf auch gewischt werden. Wichtig hierbei: Das Laminat sollte nebelfeucht, nicht aber nass gewischt werden. Anschließendes Trockenwischen wird empfohlen. Scharfe oder scheuernde Reinigungsmittel dürfen zur Laminat-Pflege nicht verwendet werden – sie können die Oberfläche des Bodenbelags nachhaltig schädigen. Da Laminatböden, im Gegensatz zu Parkett oder Dielen, nicht abgeschliffen werden können, sollte darauf geachtet werden, Sand, Erde und kleinere Steinchen vom Laminat fernzuhalten.

Falls doch einmal Schäden auftreten gibt es im Baumarkt kleine Reparatursets unterschiedlicher Farbtöne. Hierbei wird Wachs in die beschädigten Stellen gearbeitet. Diese bessern nicht nur optisch die Unebenheiten aus, sondern sorgen auch dafür, dass keine Feuchtigkeit ins beschädigte Laminat eindringen kann.

Was bedeuten die Nutzungsklassen?

Nutzungklassen helfen dabei, das passende Laminat für den gewünschten Zweck zu finden. Laminatböden müssen vom Hersteller grundsätzlich einer Beanspruchungsklasse zugeteilt werden. Unterschieden wird hierbei zwischen privater und gewerblicher Nutzung bzw. Nutzung im öffentlichen Bereich. Die zwei unterschiedlichen Beanspruchungsklassen werden jeweils in drei weitere Nutzungsklassen unterteilt. Nutzungklasse 21 bis 23 stehen für die Nutzung im privaten Bereich. Nutzungklasse 21 steht hierbei für eine geringe Nutzung, wie z.B. im Schlafzimmer oder Esszimmer. Nutzungsklasse 23 steht für eine hohe Nutzung, wie z.B. in Küche, Wohnzimmer oder Büro. Im öffentlichen bzw. gewerblichen Bereich werden die Nutzungsklassen 31 bis 33 verwendet. Dabei werden Laminatböden der Nutzungsklasse 31 z.B. in Hotelzimmern verwendet, Böden der Nutzungsklasse 33 z.B. in Empfangs- oder Verkaufsräumen.

  1. Nierentisch als Couchtisch

    von roomido Foto: AP Interiors/Engin Aydeniz/Anne Louise Breiner/Ballab Design

    Laminat im Dielenboden-Look liegt derzeit voll im Trend. Spezielle Oberflächenstrukturen ahmen dabei sogar die Haptik eines echten Holzbodens nach.

  2. Laminatfußboden "Golv" von IKEA

    von Johannes Foto: Inter IKEA Systems B.V.

    Der Laminatfußboden "Golv" ist strapazierfähig und dekorativ. Dank eines Klicksystems lässt sich der Bodenbelag besonders leicht verlegen. Erhältlich bei Ikea. Paketpreis: 27,66 Euro

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1 Kommentar zu "Ratgeber: Laminat"

Sesamkeks
Sesamkeks

Sehr schön ist auch der elastische Bodenbelag Purline von Wineo, der wird nicht mit Erdöl hergestellt, sondern mit Pflanzenöl aus Deutschland. Dadurch dampft er keine Giftstoffe aus und sorgt so für ein besseres Wohngefühl.